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Den Begriff "Ketscher Hewwl" kennt wohl jeder in der Gegend. Die Frage war, woher kommt er eigentlich?

In einem Buch von David Depenau, Die Ortsnecknamen in Heidelberg, Mannheim und dem Rhein-Neckar-Kreis erschienen im verlag regionalkultur (ISBN 3-89735-205-2) bin ich fündig geworden.

Nach Rüchsprache mit dem Verlag dürfen wir den Auzug für Ketsch aus dem o.g. Buch auf unserer Internetseite veröffentlichen. Ein Dank gilt an den Verlag, der uns, in weniger eines Arbeitstages, die Erlaubnis gab.               Nun der Auszug:

Die Ketscher werden von ihren Nachbarn mit dem Necknamen "Hewwl" (mittelhochdeutsch für Hebel, Knüppel, Prügel, Stock) geneckt. Zur Entstehung des Uznamens gibt es mehrere Varianten:

Eigentlich ist mit dem Wort "Hewwl" ein grobschlächtiger, ungebildeter, ungehobelter oder grober Mann gemeint. Auch ein ungeschschlachter Bauer wurde "Bauernhewwl" genannt. Der Uzname galt schlechthin als der Neckname für alle Odenwälder.

Aufgrund eines Kriminalfalls, der sich im 19. Jahrhundert ereignete, ist aber ebenso die zweite Entstehungsvariante in Betracht zu ziehen:

Ein Schwetzinger Metzger namens Heppel machte sich an einem Apriltag des Jahres 1883 auf den Weg zum Viehkauf nach Ketsch. Da er dort nichts erhielt, begab er sich weiter nach Hockenheim. Dort erstand er ein Kalb, das er seinen  ihn begleitenden Metzgerburschen direkt von Hockenheim nach Hause bringen lies. Heppel selbst schlug wieder den Weg nach Ketsch ein. Inzwischen war es Nacht geworden. Aus Aussagen von alten Ketscher Bürgern in älteren Dokumenten, die den Vorfall aus ihrer Bubenzeit noch in Erinnerung hatten, geht nicht hervor, ob er sich hier noch aufgehalten hat. Jedenfalls wollte Heppel noch nach Brühl um ein Geschäft zu tätigen. Fast hatte er die finsteren und unheimlichen Gestrüppe am Altrhein hinter sich gebracht und das freie Feld erreicht, als ihn heimtückische Mörderhände ergriffen. Unweit des Spissenpfades, dort wo der Mord geschehen sein soll, wurde der Tote, mit dem Kopf im Wasser des Altrheines liegend, aufgefunden. Noch Tage nach den Überfall fanden die Ketscher Buben Pfennigstücke auf dem Mordplatz. Aus dem Wust der Gerüchte drängte sich die Zugehörigkeit Heppels zu einer Sekte hervor, als deren Opfer er wegen internen Ungehorsams verstoßen worden sei.  Vom Täter fand sich nie eine Spur. Lediglich die Tatwaffe, ein hölzener Hewwl (Prügel), fand sich am Tatort auf Ketscher Gemarkung und könnte so den Uznamen der Ketscher ins Leben gerufen haben.

Wie ehedem die Malschenberger "Grashexen" haben auch die in der Vergangenheit nicht besonders begüterten Ketscher Kleinbauern den lieben Nachbarn am Neckarufer einst das Heu von den Wagen stibitzt. Zu einem weiteren Necknamen hat es den Ketscher "Hewwl" allerdings nicht gereicht.

Nochmals, Amici Ketz hat die Erlaubnis zur Veröffentlichung dieses Auszuges, jede Kopie, egal in welcher Form,unterliegt dem Copyright und muss vom jeweiligen Rechteinhaber genehmigt werden.

 
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